Testprotokoll aus dem Forschungsprojekt SUVEREN_4_Depots veröffentlicht
Mit der zunehmenden Elektrifizierung von Busflotten weltweit steigen die Anforderungen an den Brandschutz in Bus-Depots. Insbesondere Lithium-Ionen-Batterien und die hohe Energiedichte moderner Fahrzeuge erfordern neue, belastbare Brandschutz- und Sicherheitskonzepte, welche insbesondere die enge Abstellung in den Bushallen berücksichtigen.
Im Forschungsprojekt SUVEREN_4_Depots wurde deshalb ein standardisiertes Testprotokoll für die unabhängige Prüfung von Brandbekämpfungsanlagen (BBA) in 1:1 Brandversuchen erarbeitet. Die Vorgaben wurden dabei so gestaltet, dass die Ergebnisse unabhängig vom Typ und Hersteller eines Busses sind. Dazu wurden im Forschungsprojekt diese Versuchsvorgaben erstmals zu Anwendung gebracht und eine BAA von FOGTEC als erstes System dieser Art weltweit erfolgreich getestet. Diese Versuche wurden unter Aufsicht des TÜV Süd und der STUVA absolviert und dokumentiert.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüsselfaktor für das Forschungsprojekt
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts war die enge Zusammenarbeit eines Konsortiums aus Industrie, Forschung und Verband. Dies erlaubte die verschiedenen Expertisen und Sichtweisen für eine sinnvolle Lösungsfindung zusammenzuführen.
Beteiligt waren:
•FOGTEC Brandschutz GmbH für die Systementwicklung und Technik
•Bergische Universität Wuppertal für die wissenschaftliche Analyse und Auswertung
• Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) für Messtechnik und Datenerfassung
• IFAB – Ingenieure für angewandte Brandschutzforschung GmbH für Planung und Durchführung der Großbrandversuche, sowie Evaluierung
•VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) für die Betreiberperspektive und Praxisanforderungen
• TÜV Süd und STUVA für 3rd Party Check
Von der Planung eines Forschungsprojekts bis hin zum standardisierten Prüfverfahren
Die Grundlage für das Testprotokoll bilden großmaßstäbliche 1:1-Brandversuche, in denen reale Bus- und E-Bus-Szenarien untersucht wurden. Besonders maßgebend ist die enge Abstellung in Depots und die Entwicklung des Brandes. Darauf aufbauend definiert das neue Testprotokoll erstmals die standardisierten Versuchsaufbauten für Busdepots, klare Bewertungskriterien für Brandbekämpfungsanlagen und reproduzierbare Testbedingungen für unterschiedliche Brandszenarien.
Dabei ist hervorzuheben, dass nicht immer die Batterie der Grund für den Brand ist. Oft entwickelt sich ein Brand durch andere Faktoren und das thermische Durchgehen der Batterie ist nur die Konsequenz aus der Hitzeentwicklung.
Das Testprotokoll schafft somit eine belastbare Basis für die Vergleichbarkeit von Systemen.
Relevanz für zukünftige Projekte
Für Planer, Betreiber und Zertifizierungsorgane ergeben sich daraus folgende Vorteile:
• Fundierte Auslegung von Brandbekämpfungsanlagen und wie diese zu testen sind
• Unterstützung bei Zulassungs- und Freigabeprozessen
• Höhere Planungssicherheit bezüglich Brandschutzkonzepte für E-Bus-Depots
• Grundlage für zukünftige Normen und Richtlinien
• Eine erprobte Grundlage des Versuchsaufbaus
Austausch ausdrücklich erwünscht!
Sie planen oder betreiben ein Busdepot? Sie haben Fragen zu dem Versuchsprotokoll? Sie denken über Realbrandversuche nach oder sind eine Zertifizierungsstelle? Gerne teilen wir unsere Erfahrungen aus zahlreichen Realbrandversuchen und unterstützen bei der Entwicklung maßgeschneiderter Brandbekämpfungsanlagen für Ihr Depot!


