Der Energiegroßspeicher der Deutschen Telekom in Münster ist seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 2024 mit einem umfassenden Brandschutzsystem von FOGTEC ausgestattet. Nun wurde das bestehende Rauchansaugsystem um LiSaPro-Sens erweitert. Das hochempfindliche Batterie-Off-Gas-Detektionssystem ermöglicht es, kritische Veränderungen innerhalb der Batteriesysteme frühzeitig zu erfassen.
Frühe Detektion als zusätzliche Schutzebene
Lithium-Ionen-Batterien können bereits vor einer sichtbaren Rauchentwicklung charakteristische Gase freisetzen. LiSaPro-Sens ist darauf ausgelegt, diese sogenannten Batterie-Off-Gase frühzeitig zu detektieren und die Raumventilation gezielt anzusteuern. Potenziell explosive Gase werden dann aus dem Batterieraum abgeleitet, bevor sich ein kritischer Zustand weiter entwickeln kann.
Die Erweiterung ergänzt das vorhandene Rauchansaugsystem und schafft eine zusätzliche Detektionsebene innerhalb des bereits bestehenden Sicherheitskonzepts. Ziel ist es, eventuelle Störungen möglichst früh zu erkennen und die Reaktionszeit für geeignet technische Maßnahmen zu vergrößern.
Speichertechnologie für eine stabile Energieversorgung
Der erste Telekom-Energiegroßspeicher wurde am 24. April 2024 in Münster eröffnet. Betreiber ist die PASM Power and Air Condition Solution Management GmbH (PASM), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG.
Die beiden Batteriespeichersysteme verfügen über eine Kapazität von jeweils sechs Megawattstunden. Sie nehmen überschüssige Energie aus Wind- und Solaranlagen auf und geben diese bei Bedarf wieder an das Stromnetz ab. Auf diese Weise können sie dazu beitragen, Netzschwankungen auszugleichen und erneuerbare Energien besser in die Energieversorgung zu integrieren.
Mehrstufiges Brandschutzkonzept von FOGTEC
Im Auftrag von STRABAG schützt FOGTEC die Anlage seit ihrer Inbetriebnahme mit einer Hochdruck-Wassernebelanlage. Zusätzlich wurde eine komplexe Steuermatrix umgesetzt, über die verschiedene Sicherheitsfunktionen miteinander verknüpft sind. Dazu zählen die Abschaltung der Batteriespeicher, die Rauchgasentlüftung und die aktive Brandbekämpfung.
Mit der Integration von LiSaPro-Sens wurde dieses Konzept 2026 gezielt weiterentwickelt. Die Kombination aus früher Off-Gas-Detektion, Rauchansaugung, Anlagensteuerung und Hochdruck-Wassernebel schafft ein abgestimmtes System für die besonderen Anforderungen stationärer Batteriespeicher.
Erfahrung mit kritischen Infrastrukturen
PASM gewährleistet seit 2004 die Verfügbarkeit von Infrastruktur aus den Bereichen Informationstechnik und Telekommunikation. Zu den Aufgaben des Unternehmens gehören die Planung, Installation, Überwachung und Wartung technischer Anlagen.
Die Erweiterung des Systems zeigt, wie bestehende Brandschutzkonzepte an neue technische Erkenntnisse und betriebliche Anforderungen angepasst werden können. Gerade bei Batteriespeichern ist die frühzeitige Erkennung möglicher Fehlentwicklungen ein wichtiger Bestandteil eines ganzheitlichen Sicherheitskonzepts.


